Über Bad Tastings

Die Welt dreht sich jeden Tag ein bisschen schneller? Zumindest gefühlt kann ein guter Cocktail an einer guten Bar das Leben entschleunigen.

Bad Tastings möchte einen Einblick in die hochwertige Cocktail-Kultur geben. Und keine Tastings mit schlechten Spirituosen oder Cocktails anbieten. Zelma O´Neal hat in der Hoch-Zeit der Prohibition im Jahr 1929 im Broadway Musical „Follow Thru“ das Lied „I want to be bad“ gesungen. Gerade die Augsburger werden gerne als „brav“ bezeichnet (in der Kolumne von Marcus Ertle in der Neuen Szene Oktober 2017).

In der heutigen Gesellschaft wird Alkohol gerne als „Bad“ deklariert, obwohl er den Menschen seit Jahrhunderten als Volksdroge zur Seite steht. Während Alkohol gerne wieder verpönt wird, möchte Bad Tastings „Bad“ sein und den Spirituosen den Platz geben, der ihnen zusteht. Ja, Koma-Saufen ist ein (gesellschaftliches) Problem, aber schließlich macht ja die Menge das Gift. Lieber ein oder zwei hochwertige Cocktails und ein „gemütlicher Rausch“, statt einer Flasche Vodka!

Über mich

Vor 25 Jahren hatte ich meinen ersten Gin&Tonic (wen überrascht es Gordon´s & Schweppes) und damit meinen Einstieg in meine Bar-Welt. Neben dem Schmöckern in der Bar-Bibel von Charles Schumann, musste man damals noch die ganzen Spirituosen in den Läden dieser Welt suchen. Das Internet war Zukunft, ebenso ebay. Tequila war ein Nischenprodukt (zumindest in Augsburg) – inzwischen gibt es Tequila fast überall (zumindest den Mixto). Der Manhattan in der Bar im Hotelturm war gewöhnungsbedürftig (oder mein Geschmackssinn war noch nicht so ausgeprägt), trotz genialer Aussicht.

Erste „Auftritte“ als Bartender bei Bekannten, Verwandten und Freunden. Geplant war ein Einstieg hinter die Bar-Theke im neuen Lucky´s Club (Mitte der Neunziger, im Afrawald 4 – der heutige Mo Club). Leider kam es anders …

Dann gab es eine längere Pause, die Leidenschaft Bar und Spirituosen trat in den Hintergrund, der Beruf eroberte sich seinen Platz im Leben. Die Homebar wechselte von Augsburg nach Passau und zurück.

Dank des Gin-Booms fand das Thema Bar und Spirituosen wieder zurück in mein Leben. Die Versorgungslage mit Spirituosen und weiteren Bar-Zubehör ist Dank Globalisierung hervorragend, die Mixology versorgt die deutschsprachige Bartender-Welt (seit 2003) mit spannenden Informationen & News und das Internet vernetzt die Bartender weltweit.

Ich besuchte Ende 2016 die Barschule Rostock um den Bartender IHK zu machen (nicht zu verwechseln mit Barmixer IHK), wurde auch ständig von meinem Barmeister Uwe Voigt gefragt, ob ich denn nicht schon hinter der Bar stehe? Die Frage zur Barschule ist in der Bartender-Welt gespalten (Artikel auf der Mixolgy-Homepage: Wie werde ich Bartender?) – ich fand die Tage in Rostock bei Uwe Voigt toll und habe es nicht bereut!

Aber, wie Klaus St. Rainer es auf den Punkt bringt … er würde lieber das Geld für den Besuch von Bars ausgeben, um zu lernen. So besuche ich selber natürlich auch gerne gute Bars und beschäftige mich mit Cocktail-Kultur. Inzwischen dürften es leicht über 200 Cocktail-Bücher sein, die sich in meinem Besitz befinden. Und meine Leidenschaft brennt, meine Erfahrung, mein Wissen weiterzugeben.